IPA Bewertung
Aufgabenstellung
Die Richtlinien des BBT definieren Facharbeit und Bewertung wie folgt:
- Die zu prüfende Person bearbeitet an ihrem üblichen Arbeitsplatz mit
den gewohnten Mitteln und Methoden einen (Informatik-)Auftrag, ein
Projekt oder klar abgegrenzte Teile eines Projektes mit praktischem
Nutzen. Das heisst, durch ein Zeitfenster wird ein Ausschnitt aus den
laufenden Arbeiten der zu prüfenden Person verfolgt und bewertet.
- Der Lehrbetrieb (Fachvorgesetzte) beurteilt die fachliche Richtigkeit
der Arbeit; Experte oder Expertenteam stellen die Qualität der
Beurteilung sicher.
- In einer kurzen Präsentation vor dem Experten oder dem Expertenteam
er-läutert die zu prüfende Person die Ausführung und das Ergebnis ihrer
Arbeit und nimmt Stellung zu Fragen.
>>> Gedanken des Chefexperten Franz Kuster aus Zürich
>>> Was hat sich nicht als Facharbeit bewährt
Erfassen der Facharbeit
Die detaillierte Aufgabenstellung wird wie das Thema der Facharbeit
mittels PkOrg erfasst. Dabei sind folgende Fragen zu beantworten:
Titel der Facharbeit
Hier wird der definitive Titel der Facharbeit eingetragen. Dieser
sollte möglichst aussagekräftig sein und keine (für Aussenstehende)
unverständlichen Abkürzungen enthalten.
Ausgangslage
Stellen Sie sich dazu folgende Fragen:
- Gibt es eine Vorgeschichte zu dieser Facharbeit?
- Was sind die Gründe für dieses Projekt?
- Wie ist das Umfeld zu dieser Arbeit?
- Was sind die Ziele, die man erreichen will?
Versetzen Sie sich in die Rolle der Experten oder des Validierungsteams.
Was müssen diese wissen, damit sie die Aufgabenstellung verstehen und den
Schwierigkeitsgrad abschätzen können?
Detaillierte Aufgabenstellung
Stellen Sie sich die folgenden Fragen:
- Welche Arbeit soll getan werden?
- Welche Resultate erwartet der Auftraggeber?
- Welche prüfbaren/messbaren Ziele sind zu erreichen?
- Welche Tests sind durchzuführen?
- Was für eine Dokumentation ist zu erstellen? Für wen? (technische Dokumentation, Benutzerhandbuch, Designbeschreibung, ...)?
Denken Sie daran: Am Ende wird die Facharbeit nach dieser Vorgabe
beurteilt. Das Resultat soll eine bewertbare Arbeit sein, die an der
Vorgabe gemessen werden kann.
Bei der Wahl der Aufgabenstellung ist darauf zu achten, dass diese für
die Absolventin oder den Absolventen eine Herausforderung, aber keine
Überforderung darstellt. Die Arbeit darf aber auch nicht zu trivial sein!
Achten Sie auf das «Fleisch am Knochen»!
Beurteilungskriterien für die Facharbeit
Die Facharbeit wird mit Hilfe des Beurteilungsbogens der PK beurteilt.
Dieser gliedert sich in 4 Abschnitte:
- Teil A: Berufsübergreifende Fähigkeiten
- Teil B: Qualität Resultat/Dokumentation (doppelt gewichtet)
- Teil C: Dokumentation
- Teil D: Fachkompetenz (aus Fachgespräch)
Jeder Teil des Bogens enthält 12 Leitfragen, welche gemäss den
Gütestufen bewertet werden. Im Teil B sind 8 Kriterien zu ergänzen,
welche speziell auf die Facharbeit zugeschnitten sein sollten. Sie
können dabei Kriterien aus dem Standard-Katalog wählen oder eigene,
konkretere Kriterien erstellen. Achten Sie darauf, dass die freien 8
Kriterien möglichst alle Aspekte und den ganzen Zeitraum der Arbeit
abdecken.
>>> Eigene Kriterien erstellen
>>> Präsentation zum Thema Kriterien erstellen
Mittel und Methoden
Aufzählung der hauptsächlichsten Mittel und Methoden (Hardware, Software, Programmiersprachen, Firmenvorgaben,...), welche für die Lösung erwartet oder vorgeschrieben werden.
Vorkenntnisse
Geben Sie an, welche der geplanten Tätigkeiten/Produkte/Techniken schon
bekannt sind. Wie häufig / wie lange haben der Kandidat oder die
Kandidatin mit diesen schon gearbeitet? Das Validierungsteam wird diese
Angaben bei der Beurteilung der Aufgabenstellung berücksichtigen.
Vorarbeiten
Spezifizieren Sie hier, welche Arbeiten bereits im Vorfeld der Facharbeit
ausgeführt wurden. Beispiele können sein:
- Abklärungen bei Anwenderinnen und Anwendern
- Datenmodelle
Neue Lerninhalte
Stellen Sie sich unter diesem Punkt folgende Fragen:
- Welche Lerninhalte sind für den Kandidaten oder die Kandidatin voraussichtlich neu und müssen erarbeitet werden?
- Welche Quellen stehen dabei zur Verfügung?
- Achtung: Zurückhaltung mit Unbekanntem!
Denken Sie daran: Die Ausbildung ist abgeschlossen. Es ist nicht das
Ziel, (jetzt noch) Neues zu lernen. Problematisch sind neue Lerninhalte
besonders dann, wenn zum Beispiel das Know-how im Betrieb selbst (bzw.
beim Fachvorgesetzten) nicht vorhanden ist.
Arbeiten im letzten halben Jahr
Damit das Validierungsteam die Aufgabenstellung beurteilen kann, braucht
es Hinweise, welche Arbeiten der Lernende im letzten halben Jahr
ausgeführt hat. Beschreiben Sie die Tätigkeiten in einigen Sätzen.
Tage, an denen an der Facharbeit gearbeitet wird
Im Kalender sind die 10 Tage zu markieren, die für die Arbeit reserviert
sind. Diese müssen hintereinander liegen. Die Facharbeit wird nur durch
Berufsschultage, BM-Schultage und Feiertage unterbrochen. Schulblöcke,
Projektwochen und Ferien dürfen nicht in die Facharbeitszeit fallen.
Vermeiden Sie das Arbeiten in Häppchen von halben Tagen.
Im Kalender können nur 10 ganze Tage markiert werden. Falls es sich
nicht vermeiden lässt, dass an halben Tagen gearbeitet wird, achten Sie
darauf, dass sicher der erste und der letzte Arbeitstag der Facharbeit
im Kalender markiert sind. Weitere Halbtage sind unter «Bemerkungen»
einzutragen.
Signatur(en)
Mit der Signatur bestätigt der Fachvorgesetzte
- dass die notwendigen Voraussetzungen im Betrieb gegeben sind (Arbeits-platz, Material)
- dass er die Aufgabe selber formuliert hat
- dass er die Arbeit beobachten und die Dokumentation kompetent korrigieren wird
Mit der Signatur bestätigt der Kandidat
- dass er die Aufgabe verstanden hat
- dass er sich der Aufgabe gewachsen fühlt
- dass er mit der Aufgabe und dem Bewertungsraster einverstanden ist
Die Aufgabenstellung gilt als eingereicht, wenn Sie die Unterschriften
des Fachvorgesetzten und des Lernenden trägt. Warten Sie bitte damit
nicht bis zum letzten Abgabetermin. Beachten Sie auch, dass die
8 Wahl-Kriterien unter "B" eingetragen sein müssen.
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