IPA Bewertung
Einleitung
Die Vielfalt der IPA – Arbeiten, die eingereicht werden, lässt eine valide
Bewertung mit gleichen Massstäben durch den Fachexperten kaum mehr zu.
Die Ansprüche sind – je nach Arbeitsgebiet und Aufgabenstellung – sehr
unterschiedlich.
Die unterschiedliche Schwerpunktsetzung der Lehrbetriebe in der
Ausbildung wie auch die Spezialisierung in manchen Bereichen macht einen
strukturierten vergleichbaren Prüfungsablauf nicht mehr möglich.
Es galt ein System zu finden, das den ursprünglichen Gedanken der
IPA – nämlich einer innovativen praxisorientierten Prüfungsform –
aufrechterhält, aber die Bewertungen für Fachvorgesetzten und Experten
transparenter macht.
Ebenso galt es sich damit auseinander zu setzen, was denn gute Leistung
in den verschiedenen Arbeitsgebieten bedeutet bzw. was von einem
Lernenden dort nach Abschluss der Ausbildung erwartet wird.
Es musste also ein Ansatz gefunden werden, der
- eine einigermassen vergleichbare Bewertung durch die Experten zulässt,
- damit gerechtere Bewertungen zulässt,
- für alle Beteiligten transparent ist,
- damit den Absolventen angibt, was von ihnen erwartet, gefordert wird,
- weniger Diskussionen für die Notengebung auslöst,
- das Können jedes Einzelnen messen lässt,
aber nicht so starr ist, dass die IPA ihren handlungsorientierten
Ansatz verliert.
Der kriteriumsorientierte Ansatz ist die Grundlage für das Arbeiten
mit solchen Beurteilungskriterien. Wenn man heute prüft, sollte man
sich auch überlegen, wie man die Ergebnisse bewertet. Das ist nicht
immer ganz einfach. Manchmal merkt man erst beim Korrigieren oder
Bewerten, dass die Prüfung bzw. Aufgabenstellung viel schwieriger war,
als erwartet. Ein anderes Mal erreichen beinahe alle Absolventen die
maximale Punktzahl. Die Frage ist dann oft: «Wie legt man nun am besten
den Notenmassstab fest?»
Eine Möglichkeit, den Bewertungsmassstab festzulegen, ist die
inhaltliche und fachliche Leistung. Hier bilden die sachlichen
Lerninhalte die Grundlage für die Bezugsnorm. Man fragt sich dabei,
ob genau definiertes sachliches Wissen vorhanden ist oder ob genau
umschriebene Fertigkeiten vom Lernenden ausgeführt werden. Der
Massstab sind also das fachliche Wissen oder die verlangten
Fertigkeiten, die im Voraus festgelegt werden. Man gibt damit an,
was erwartet wird, welche Leistungen erfüllt, welche Fertigkeiten
vorhanden sein müssen, um eine gute Leistung zu erbringen. Dazu werden
detaillierte Kriterien ausformuliert.
Diese bilden dann die verbindliche Grundlage für die Korrektur der
Prüfungen. Diese Art zu bewerten bedarf aber auch einer intensiven
Auseinandersetzung der Experten bzw. Fachvorgesetzten mit dem Massstab
bzw. der Definition für «gute Leistung».
Eine Schwierigkeit besteht darin, dass beim kriteriumsorientierten Prüfen
das Zielverhalten schon im Voraus bekannt sein muss. Es muss entschieden
und auch detailliert schriftlich beschrieben werden, was genau
gefordert ist. Das ist nicht immer so einfach zu formulieren, es braucht
sehr viel Zeit und Sorgfalt.
Nicht alle angeschlossenen Kantone benutzen bereits diesen
kriterienorientierten Beurteilungsansatz. Der Aufbau des Bewertungsbogens
kann auch von Kanton zu Kanton unterschiedlich sein. Orientieren Sie sich
bei Ihrer Prüfungsorganisation.
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